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Doublefeature Der tiefe Graben

Als 1989 der Eiserne Vorhang fiel und der Niedergang des Sowjet Kommunismus das Ende des Kalten Krieges markierte, überwog die Freude. Mit dem Niedergang des politischen Systems verschwand aber nicht die Vergangenheit der Menschen. Sowohl der Spiel- als auch der Dokumentarfilm erzählen sehr persönliche Schicksale aus einer Zeit, die wir überwunden, aber nicht hinter uns gelassen haben. Es ist die Ambivalenz dieser Lebensgeschichten, welche die einfachen und klaren Einordnungen infrage stellt und einen anderen Blick auf die Gegenwart öffnet: Keine dreißig Jahre nach dem Mauerfall finden wir uns in einem durch Stacheldrahtzäune geteilten Europa wieder.

16:15 Samstag, 29. August 2020
Doublefeature „Der tiefe Graben“ – Teil 1
Stadttheater

Gundermann
2019, Andreas Dresen

Mit seinen Liedern wird der Baggerfahrer Gerhard Gundermann zum Sprachrohr der Kritik an der DDR Staatsführung. Nach dem Mauerfall macht der Liedermacher eine beachtliche Karriere, bis ruchbar wird, dass auch er ein Stasi Spitzel war.

Mit feinem Gespür, Zärtlichkeit und Humor erzählt Regisseur Andreas Dresen  das Leben von Gerhard „Gundi“ Gundermann, der 1998 im Alter von gerade einmal  43 Jahren starb. Dresen führt den Zuseher an die Ambivalenz eines Lebens im Zeichen des Mauerfalls heran. Dabei ist es die Geschichte seiner Hauptfigur, die den Film so unbequem werden läßt, und Dresens Mut, formal schlicht und ganz bei der Erzählung dieser Geschichte zu bleiben, ohne Botschaften verbreiten zu wollen.

Mit
Alexander Scheer
Anna Unterberger
Bjarne Mädel
 
Drehbuch
Laila Stieler

Kamera
Andreas Höfer

Schnitt
Jörg Hauschild

Austattung
Susanne Hopf

Kostüm
Sabine Greunig

ProduzentInnen
Claudia Steffen
Christoph Friedel

Produktion
Pandora Filmproduktion

Land
Deutschland

Länge
128 Minuten

14:00 Sonntag, 30. August 2020
Doublefeature „Der tiefe Graben“ – Teil 2
Stadttheater

My Father the Spy
2019, Jaak Kilmi, Gints Grube

Als junge sowjetische Studentin im Jahr 1978 konnte Ieva nicht vorhersagen, dass ein Urlaubsbesuch bei ihrem Vater ihr Leben irreversibel in zwei Teile teilen würde. In ein dunkles Spionagespiel verwickelt, musste Ieva ihr früheres Leben hinter sich lassen, um ihre Mutter oder ihre Heimat Lettland nie wieder zu sehen.

Dieser Film zieht den Vorhang zur schattigen Welt des Kalten Krieges hinter den Kulissen zurück und erzählt die dramatische Geschichte einer Tochter von ihrem Doppelagentenvater, der ihre Beziehung vor dem Hintergrund von Ereignissen untersucht, die ihre Wurzeln vor über vier Jahrzehnten haben. Um sich selbst zu finden und das Spiel zu verstehen, an dem sie beteiligt war, begibt sich Ieva auf eine Reise in die Vergangenheit und konfrontiert Familiengeheimnisse, Lügen und Verrat.

Für die Rekonstruktion der Ereignisse erstellen die Regisseure Gints Grube und Jaak Kilmi Tableau Szenen und setzen neu abgebildete Standbilder im Kodak-Eastman-Vintage-Look zu Storyboard-ähnlichen Sequenzen zu einer rasanten und dichten Erzählung zusammen.

Mit
Ieva Lesinska Geibere

Drehbuch
Jaak Kilmi
Gints Grube

Kamera
Aigars Sermukšs, LGC

Schnitt
Armands Zacs
Alexander Laudien

Ausstattung
Kristine Jurjane

Kostüm
Renata Janoušková

ProduzentInnen
Gints Grube
Antra Gaile

Produktion
Mistrus Media
Kick Film
8Heads Productions
PIMIK

Produktionsländer
Lettland
Deutschland
Tschechische Republik
Estland

Länge
85 Minuten

16:00 Sonntag, 30. August 2020
Bürgermeistergarten

Der tiefe Graben
Podium

Als 1989 der Eiserne Vorhang fiel und der Niedergang des Sowjet Kommunismus das Ende des Kalten Krieges markierte, überwog die Freude. Mit dem Niedergang des politischen Systems verschwand aber nicht die Vergangenheit der Menschen.

 

Dr. Susanne Scholl
Österreichische Journalistin, Schriftstellerin und ehemalige Auslandskorrespondentin des ORF in Moskau. Oma gegen Rechts.
www.susannescholl.at

Mag. Dr. Siegfried Beer
Gründer und Senior Advisor Mail von ACIPSS Austrian Center for Intelligence, Propaganda & Security Studies, Experte für internationale Beziehungen und Geheimdienste im 20. Jahrhundert.

Ieva Lesinska
Journalistin und Tochter des Spions My Father the Spy

 

Wegen der Corona Reisebeschränkungen ist zur Zeit unklar, ob alle FilmemacherInnen anreisen können.