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20:30 Freitag, 28. August 2020
Dokumentarfilm Bürgermeistergarten

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The Disappearance of My Mother
2019, Beniamino Barrese

Benedetta ist 75 Jahre alt und hasst nichts mehr als das Objektiv. Die Kamera lügt, sagt sie, doch es ist ihr Sohn, der hinter der Kamera steht. Lüge und Wahrheit verrinnen ineinander, das vermeintliche Trugbild wird zum wahrhaftigen Abbild. Benedetta war in den 1960er Jahren ein begehrtes Supermodel, ständig vor jener Kamera, die das Abbild eines Frauentyps erzeugte, mit dem Produkte an den Mann gebracht werden.

Ihr Sohn nimmt bereits als Kind die Kamera in die Hand und beginnt die Mutter zu filmen. Barrese wird auf diese Art und Weise zum Kameramann und Regisseur eines unmittelbaren und persönlichen Films, mit dem er den Abschied seiner Mutter aus den Zwängen der Rollenbilder dokumentiert, die sie ihr Leben lang erfüllen musste. Der Film ist aber nicht nur mehr als der Kampf zwischen Mutter und Sohn, er ist auch weit mehr als die Schilderung einer ewigen Liebe. Barrese schafft es, authentisch zu sein und sich selbst ohne Scham zu entblößen. Er erlaubt uns zuzusehen, ohne dass wir zu Voyeuren werden.

Mit
Benedetta Barzini

Kamera
Beniamino Barrese

Schnitt
Valentina Cicogna

Produzent
Filippo Macelloni

Produktion
NANOF Production
Ryot Films

Produktionsland
Italien

Länge
94 Minuten

Der 1986 geborene Beniamino Barrese schloss sein Studium der Philosophie an der Statale di Milano in Internationaler politischer Ökonomie am King's College in London ab und erhielt später seinen MA in Kinematographie an der National Film and Television School in Beaconsfield, Großbritannien. Seit 2011 arbeitet er als Filmemacher, Kameramann und Fotograf. Seine Arbeit als DP umfasst Spiel- und Dokumentarfilme, Werbespots, Modefilme, Musikwerbung und Kurzfilme, die weltweit auf Festivals unterwegs waren.

The Dissapearance of My Mother ist sein erster Langspielfilm als Regisseur.