Doublefeature Das verkehrte Bild
Hier stehen einander zwei Film gegenüber, die die Auswirkungen politischen Handelns anhand von Josef Stalin thematisieren. Den vollen Supermarktregalen zum Trotz prägt der Stalinismus die russische Gesellschaft bis in die Gegenwart, obwohl die Politik des Diktators großes Leid in der Bevölkerung verursacht hat. Mit einem hohen Blutzoll hat sich Russland unter seiner Führung aber auch zweifelsohne maßgeblich an der Befreiung Europas von Adolf Hitler beteiligt.
Der hochkarätig besetzte internationale Spielfilm rekonstruiert historische Vorgänge aus den 1930er Jahren, während der Dokumentarfilm unaufgeregt und bar aller Worte ein kontroverses Gesellschaftsbild der russischen Gegenwart zeichnet.
12:30 Freitag, 28. August 2020
Doublefeature „Das verkehrte Bild“ – Teil 1
Stadttheater
Mr. Jones
2019, Agnieszka Holland
Nachdem der britische Journalist Gareth Jones Anfang der 1930er Jahre eine Reportage mit Adolf Hitler gemacht hat, will er wissen, wie Stalin die rasche Modernisierung der Sowjetunion finanziert. Doch seine Reise führt ihn nicht zum erhofften Interview mit Stalin. Was als Recherche beginnt, gerät bald zum beinharten Überlebenskampf im ukrainischen Winter. Zurück in Großbritannien muss Jones für die Veröffentlichung einer Wahrheit kämpfen, die niemand hören will.
Agnieszka Holland erzählt in dem vom Großbritannien, Polen und der Ukraine finanzierten Film eine große fiktionale Geschichte anhand von historischen Fakten. Dabei stellt sie eine ewige Frage, die auch uns betrifft: Ist die Wahrheit die Utopie, an die wir glauben wollen, oder eine dystopische Realität?
Mit
James Norton
Vanessa Kirby
Peter Sarsgaard
Drehbuch
Andrea Chalupa
Kamera
Tomasz Naumiuk PSC
Schnitt
Michał Czarnecki
Ausstattung
Grzegorz Piątkowski
Kostüm
Aleksandra Staszko
ProduzentInnen
Stanislaw Dziedzic
Andrea Chalupa
Klaudia Smieja-Rostworowska
Produktion
Film Produkcja
Produktionsland
Großbritanien
Polen
Ukraine
Länge
141 Minuten
19:15 Freitag, 28. August 2020
Doublefeature „Das verkehrte Bild“ – Teil 2
Stadttheater
Immortal
2019, Ksenia Okhapkina
Der Film beschreibt eine dystopische Gegenwart und entdeckt geradezu trotzig die Schönheit des Details in der Ästhetik des Moments.
Surreal muten die Bilder der russischen Dokumentarfilmerin Ksenia Okhapkina an, mit der sie eine kleine Industriestadt in Russland portraitiert. Die Kameraeinstellungen, die sie zu einem großen Bild montiert, sind Ausschnitte einer beängstigenden Lebensrealität. Unaufgeregt und bar aller Worte beobachtet die Regisseurin, wie die Kinder von heute indoktriniert werden – Ordnung, Disziplin und Gleichschritt.
Drehbuch
Ksenia Okhapkina
Ton
Aleksandr Dudarev
Kamera
Aleksabndr Demyaneko
Artem Ignatov
Schnitt
Stijn Deconinck
Ksenia Okhapkina
Musik
Robert Jürjendal
Arian Levin
Produzenten
Riho Västrik
Uldis Cekulis
Produktion
Veilind
Produktionsland
Russland
Länge
60 Minuten
15:15 Freitag, 28. August 2020
Bürgermeistergarten
Das verkehrte Bild
Podium
Den vollen Supermarktregalen zum Trotz prägt der Stalinismus die russische Gesellschaft bis in die Gegenwart. Die Politik des Diktators hat zweifelsohne großes Leid in der Bevölkerung verursacht. Dennoch zählt Stalin zu den Befreiern Europas. Wie sehr prägt Putin die Gesellschaft heute, welches Bild haben wir von ihm - und wie unterscheidet sich Russland heute von der stalinistischen Sowjetunion?
Ljuba Arnautovic
Österreichische Übersetzerin, Journalistin, Autorin und Schriftstellerin.
www.ljubaarnautovic.at
Riho Västrik
Produzent Immortal
Ksenia Okhapkina
Regisseurin Immortal
Dorian Jespers
Regisseur Sun Dog [Nachwuchsprogramm 1]
Wegen der Corona Reisebeschränkungen ist zur Zeit unklar, ob alle FilmemacherInnen anreisen können.